Haus 17

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Haus 17
Art Soziale Anlaufstelle
Sitz Finrod
Gegründet 2514
Träger Verein Haus 17
Finanzierung Stadt Finrod, UAF-Sozialprogramme, Spenden
Schwerpunkte Jugendhilfe, Wohnungslosenhilfe, Streetwork, Sozialberatung
Bekannter Mitarbeiter Jaro Melvan

Das Haus 17 ist eine soziale Anlaufstelle in Finrod. Sie richtet sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene in schwierigen Lebenssituationen sowie an Menschen, die wohnungslos sind oder unmittelbar vom Verlust ihrer Wohnung bedroht werden.

Das Haus arbeitet nach dem Prinzip der niedrigschwelligen Hilfe. Für eine erste Beratung sind weder eine behördliche Überweisung noch vollständige Unterlagen oder ein bereits eröffnetes Sozialverfahren erforderlich.

Neben Beratungsräumen verfügt das Haus über Aufenthaltsmöglichkeiten, Duschen, Waschmöglichkeiten, Schließfächer, eine kleine Kleiderkammer und eine Küche.

Zu den bekanntesten Mitarbeitern gehört der Sozialarbeiter und Streetworker Jaro Melvan.

Das Haus 17 gilt zugleich als eine der Einrichtungen, an denen gesellschaftliche Probleme sichtbar werden, die im vergleichsweise weit ausgebauten Sozialsystem der Unionsrepublik Ancalim-Feanaro häufig weniger öffentlich wahrgenommen werden.

Geschichte

Das Haus 17 entstand 2514 aus einem gemeinsamen Projekt von Sozialarbeitern, Jugendhilfeeinrichtungen und der Stadt Finrod.

Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass ein Teil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen von den bestehenden Beratungsstellen kaum erreicht wurde.

Insbesondere junge Menschen ohne stabile familiäre Bindungen erschienen häufig erst dann bei Behörden, wenn bereits erhebliche Probleme entstanden waren.

Die Initiatoren wollten deshalb einen Ort schaffen, an dem Unterstützung beginnen konnte, bevor sämtliche formalen Voraussetzungen geklärt waren.

Der Name geht auf das ursprüngliche Gebäude mit der Hausnummer 17 zurück.

Obwohl die Einrichtung später erweitert wurde, blieb die Bezeichnung erhalten.

Grundprinzip

Das Haus 17 versteht sich nicht als Behörde.

Besucher können das Haus zunächst anonym aufsuchen und müssen beim ersten Kontakt grundsätzlich keine vollständigen Angaben zu ihrer Person machen.

Eine häufig zitierte interne Regel lautet:

„Erst klären wir, was passiert ist. Danach klären wir, welches Formular dafür zuständig ist.“

Ziel ist es, einen ersten stabilen Kontakt herzustellen und anschließend gemeinsam mit dem Betroffenen zu entscheiden, welche weiteren Hilfen notwendig sind.

Das Haus ersetzt dabei weder Sozialbehörden noch medizinische Einrichtungen, Wohnungsämter oder spezialisierte Beratungsstellen.

Es versteht sich vielmehr als Eingangstür in das Hilfesystem.

Angebote

Das Angebot des Hauses umfasst unter anderem:

  • offene Sozialberatung,
  • Jugendberatung,
  • Streetwork,
  • Unterstützung bei drohendem Wohnungsverlust,
  • Vermittlung von Notunterkünften,
  • Hilfe bei der Beschaffung persönlicher Dokumente,
  • Begleitung bei Behördenkontakten,
  • Beratung bei Schulden und finanziellen Problemen,
  • Vermittlung medizinischer und psychologischer Hilfen,
  • Unterstützung bei der Suche nach Ausbildung und Beschäftigung,
  • Duschen und Waschmöglichkeiten,
  • Waschmaschinen und Trockner,
  • eine kleine Kleiderkammer,
  • Schließfächer für persönliche Gegenstände,
  • Telefon- und Internetzugang,
  • Postadresse für Menschen ohne festen Wohnsitz,
  • Getränke sowie einfache Mahlzeiten.

Ein Teil der Angebote kann ohne vorherige Terminvereinbarung genutzt werden.

Streetwork

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die aufsuchende Sozialarbeit.

Mitarbeiter des Hauses suchen regelmäßig Orte auf, an denen sich Jugendliche, Wohnungslose und andere Menschen aufhalten, die klassische Beratungsstellen nur selten besuchen.

Dazu gehören Bahnhofsbereiche, öffentliche Plätze, Einkaufsstraßen und einzelne Bereiche des Finroder Nachtlebens.

Zu den Streetworkern gehört Jaro Melvan.

Die Mitarbeiter versuchen dabei grundsätzlich nicht, Betroffene unmittelbar zu einer bestimmten Maßnahme zu bewegen.

Häufig besteht der erste Kontakt lediglich aus einem Gespräch und der Information darüber, welche Hilfen verfügbar sind.

Melvan beschrieb diese Arbeitsweise einmal mit den Worten:

„Manchmal besteht Sozialarbeit zunächst darin, am nächsten Tag wiederzukommen.“

Wohnungslosigkeit in der UAF

Wohnungslosigkeit existiert auch in der Unionsrepublik Ancalim-Feanaro, obwohl die Union über ein ausgebautes System sozialer Sicherung verfügt.

Dabei wird zwischen Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit unterschieden.

Als wohnungslos gelten Menschen, die über keinen eigenen gesicherten Wohnraum verfügen. Sie können vorübergehend bei Freunden oder Angehörigen wohnen, in Übergangseinrichtungen untergebracht sein oder zwischen verschiedenen kurzfristigen Unterkünften wechseln.

Als obdachlos werden im engeren Sinn Menschen bezeichnet, die keine reguläre Unterkunft besitzen und beispielsweise im öffentlichen Raum, in Hauseingängen oder anderen nicht zum Wohnen vorgesehenen Orten übernachten.

Die öffentlich sichtbare Obdachlosigkeit stellt daher nur einen Teil des gesamten Problems dar.

Insbesondere bei jungen Erwachsenen bleibt Wohnungslosigkeit häufig zunächst unsichtbar.

Das vorübergehende Übernachten bei Freunden wird umgangssprachlich als Sofawandern bezeichnet.

Ursachen

Nach Einschätzung sozialer Einrichtungen besitzt Wohnungslosigkeit in der UAF selten nur eine einzelne Ursache.

Häufig treffen mehrere Probleme aufeinander.

Dazu gehören unter anderem:

  • Verlust des Arbeitsplatzes oder des regelmäßigen Einkommens,
  • Mietschulden,
  • Trennung oder Scheidung,
  • Konflikte innerhalb von Familien,
  • Gewalt im persönlichen Umfeld,
  • Überschuldung,
  • psychische oder körperliche Erkrankungen,
  • Suchterkrankungen,
  • Entlassung aus stationären Einrichtungen,
  • fehlende persönliche Dokumente,
  • Schwierigkeiten beim Zugang zu Sozialleistungen,
  • sowie ein Mangel an kurzfristig verfügbarem preisgünstigem Wohnraum.

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen spielen Konflikte mit Eltern oder anderen Bezugspersonen eine besondere Rolle.

Das Haus 17 warnt deshalb davor, Wohnungslosigkeit ausschließlich als wirtschaftliches Problem zu betrachten.

Finrod und der Wohnungsmarkt

Besonders sichtbar ist das Problem in Finrod.

Die Hauptstadt gehört zu den wirtschaftlich und kulturell attraktivsten Städten der Union und verzeichnet seit Jahren eine hohe Nachfrage nach Wohnraum.

Während in mehreren äußeren Stadtteilen weiterhin vergleichsweise günstige Wohnungen vorhanden sind, ist preiswerter Wohnraum in zentralen Lagen zunehmend knapp.

Für Menschen mit geringem Einkommen kann bereits eine vorübergehende Krise ausreichen, um eine bestehende Wohnsituation zu gefährden.

Besonders schwierig ist die Lage für Personen, die kurzfristig eine Wohnung benötigen.

Sozialverbände weisen deshalb darauf hin, dass die Existenz finanzieller Unterstützung allein das Problem nicht löst, wenn geeigneter Wohnraum tatsächlich nicht verfügbar ist.

Das soziale Sicherungssystem

Die UAF verfügt über ein mehrstufiges System sozialer Sicherung.

Grundsätzlich soll verhindert werden, dass Menschen aufgrund fehlenden Einkommens dauerhaft ohne Unterkunft bleiben.

Zu den Instrumenten gehören finanzielle Grundsicherung, Mietzuschüsse, kommunale Hilfen, Schuldnerberatung, Jugendhilfe und öffentlich unterstützte Wohnangebote.

In akuten Fällen sind die Kommunen verpflichtet, eine vorübergehende Unterbringung zu ermöglichen.

Dennoch entstehen Lücken.

Ursachen können verspätete Anträge, fehlende Dokumente, ungeklärte Zuständigkeiten, persönliche Krisen oder der Abbruch des Kontakts zu Behörden sein.

Sozialarbeiter weisen außerdem darauf hin, dass ein formaler Anspruch auf Hilfe nicht automatisch bedeutet, dass Betroffene diesen Anspruch kennen oder tatsächlich wahrnehmen können.

Im Haus 17 wird dafür gelegentlich der Satz verwendet:

„Ein Recht hilft erst dann, wenn der Mensch weiß, dass er es hat.“

Notunterkünfte

Finrod unterhält mehrere Einrichtungen zur kurzfristigen Unterbringung wohnungsloser Menschen.

Daneben bestehen Übergangswohnungen und betreute Wohnangebote freier Träger.

Das Haus 17 selbst ist keine reguläre Übernachtungseinrichtung.

In akuten Fällen können Mitarbeiter jedoch unmittelbar Schlafplätze vermitteln.

Für Jugendliche und besonders gefährdete Personen gelten gesonderte Schutzverfahren.

Eine Übernachtung im öffentlichen Raum soll grundsätzlich nicht als dauerhafte Form der Unterbringung akzeptiert werden.

In der Praxis gelingt eine unmittelbare Vermittlung jedoch nicht in jedem Fall.

Junge Wohnungslose

Besondere Aufmerksamkeit widmet das Haus 17 jungen Wohnungslosen.

Viele von ihnen entsprechen nicht dem klassischen öffentlichen Bild eines Obdachlosen.

Sie übernachten bei wechselnden Freunden, Bekannten oder kurzfristigen Partnern und erscheinen deshalb zunächst nicht in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe.

Dadurch können sie über längere Zeit außerhalb regulärer Hilfsstrukturen bleiben.

Bei Minderjährigen werden grundsätzlich die zuständigen Stellen der Jugendhilfe einbezogen.

Bei jungen Volljährigen versucht das Haus 17 dagegen zunächst, gemeinsam mit den Betroffenen eine stabile Wohnperspektive aufzubauen.

Jaro Melvan erklärte dazu:

„Mit achtzehn wird niemand über Nacht erwachsen. Das Gesetz kann das Datum ändern. Der Mensch braucht meistens etwas länger.“

Der Fall vom Nordring

2526 wurde die Arbeit des Hauses einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, nachdem Jaro Melvan einem 19-jährigen obdachlosen Mann im Finroder Nordringviertel geholfen hatte.

Melvan hatte den jungen Mann mehrfach angesprochen, bevor dieser bereit war, Unterstützung anzunehmen.

Nach mehreren Begegnungen begleitete er ihn schließlich ins Haus 17.

Von dort wurde zunächst eine sichere Übernachtungsmöglichkeit organisiert. Anschließend unterstützten Mitarbeiter den jungen Mann bei der Beschaffung fehlender Unterlagen und beim Kontakt zu weiteren Beratungs- und Ausbildungsstellen.

Melvan verweigerte gegenüber Medien jede Information, durch die der Betroffene hätte identifiziert werden können.

Seine später häufig zitierte Reaktion lautete:

„Ich habe meinen Beruf gemacht. Interessanter wäre die Frage, warum ein Neunzehnjähriger mehrere Wochen draußen schlafen kann, bevor es irgendjemand bemerkt.“

Der Fall löste in Finrod eine breitere Diskussion über verdeckte Wohnungslosigkeit unter jungen Erwachsenen aus.

Finanzierung

Das Haus 17 wird überwiegend durch die Stadt Finrod sowie aus Programmen der UAF zur Jugend- und Sozialarbeit finanziert.

Hinzu kommen Spenden und projektbezogene Fördermittel.

Die öffentliche Finanzierung wird regelmäßig überprüft.

Dabei kommt es gelegentlich zu politischen Auseinandersetzungen über Umfang und Ausrichtung niedrigschwelliger Sozialarbeit.

Die Leitung des Hauses vertritt die Auffassung, dass frühe Hilfen nicht nur sozial sinnvoll, sondern langfristig auch kostengünstiger seien als spätere Notmaßnahmen.

Parteipolitisch positioniert sich das Haus nicht.

Zusammenarbeit mit Behörden

Das Verhältnis zwischen Haus 17 und staatlichen Stellen ist bewusst zweigeteilt.

Einerseits arbeitet die Einrichtung eng mit Sozialbehörden, Jugendhilfe, Wohnungsstellen, medizinischen Einrichtungen und Polizei zusammen.

Andererseits versteht sie sich ausdrücklich als unabhängiger Ansprechpartner ihrer Besucher.

Informationen werden deshalb nicht ohne rechtliche Grundlage oder Zustimmung der Betroffenen weitergegeben.

Diese Unabhängigkeit gilt als wesentliche Voraussetzung für das Vertrauen vieler Besucher.

Kritik

Das Konzept niedrigschwelliger Sozialarbeit ist nicht unumstritten.

Kritiker bemängeln gelegentlich, Einrichtungen wie Haus 17 würden Menschen zu lange außerhalb regulärer Verwaltungsverfahren betreuen.

Andere fordern strengere Voraussetzungen für bestimmte Hilfen.

Die Mitarbeiter weisen dagegen darauf hin, dass gerade Menschen in akuten Krisen häufig zunächst nicht in der Lage seien, komplexe Verwaltungsverfahren selbstständig zu bewältigen.

Innerhalb der Sozialarbeit wird zudem diskutiert, ob Einrichtungen wie Haus 17 strukturelle Probleme lediglich auffangen, ohne deren Ursachen beseitigen zu können.

Das Haus selbst bestreitet diesen Widerspruch nicht.

Eine Mitarbeiterin formulierte es einmal so:

„Wir können heute dafür sorgen, dass jemand nicht draußen schläft. Wir können heute Abend keine hundert Wohnungen bauen.“

Öffentliche Wahrnehmung

Lange Zeit war Haus 17 außerhalb der Finroder Sozialarbeit nur wenig bekannt.

Dies änderte sich teilweise durch die öffentliche Aufmerksamkeit um Jaro Melvan.

Das Haus versuchte jedoch, eine Personalisierung seiner Arbeit zu vermeiden.

Nach mehreren Medienanfragen erklärte die Leitung:

„Hier arbeiten keine Helden. Hier arbeiten Sozialarbeiter.“

Der Satz wurde später zum inoffiziellen Leitspruch der Einrichtung.

Auch Der Güldene Blick berichtete mehrfach über das Haus.

Chefredakteur Mavalor Kedal zeigte dabei nach eigener Darstellung besonderes Interesse an der Frage, warum Wohnungslosigkeit in einer wohlhabenden Gesellschaft weiterhin existiert.

Dass seine Redaktion gleichzeitig erhebliches Interesse an Jaro Melvan persönlich entwickelte, wurde im Haus 17 mit unterschiedlicher Begeisterung aufgenommen.

HAUS 17 – SCHNELLHILFE

Zielgruppe: Jugendliche, junge Erwachsene und Menschen in sozialen Krisen

Prinzip: Hilfe ohne unnötige Zugangshürden

Wohnungslosigkeit: Kein eigener gesicherter Wohnraum

Obdachlosigkeit: Keine reguläre Unterkunft

Besonders häufig übersehen: junge Erwachsene, die vorübergehend bei wechselnden Freunden oder Bekannten schlafen

Haus 17 ist: Beratungsstelle, Treffpunkt und Vermittler

Haus 17 ist nicht: Behörde oder reguläres Obdachlosenheim

Bekanntester Mitarbeiter: Jaro Melvan

Grundsatz: „Erst klären wir, was passiert ist. Danach klären wir, welches Formular dafür zuständig ist.“

Bedeutung

Haus 17 steht beispielhaft für einen Teil der Sozialpolitik der UAF, der in der öffentlichen Wahrnehmung häufig hinter Renten-, Gesundheits- und Familienpolitik zurücktritt.

Die Einrichtung verdeutlicht zugleich eine grundlegende Herausforderung des ancalischen Sozialstaates:

Ein umfangreiches System gesetzlicher Ansprüche kann soziale Krisen abfedern, verhindert sie jedoch nicht vollständig.

Insbesondere Wohnungslosigkeit entsteht häufig dort, wo mehrere Schwierigkeiten gleichzeitig auftreten und bestehende Hilfsangebote zu spät erreicht werden.

Haus 17 verfolgt deshalb das Ziel, den Zeitraum zwischen dem Beginn einer Krise und dem tatsächlichen Zugang zu Hilfe möglichst kurz zu halten.

Oder, wie Jaro Melvan es formulierte:

„Wir können nicht jedes Problem lösen. Aber wir können verhindern, dass jemand mit jedem Problem allein bleibt.“

Siehe auch