Jaro Melvan

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Jaro Melvan
Jaro Melvan
Jaro Melvan (2526)
Geboren 2497
Nationalität ancalisch
Beruf Sozialarbeiter, Streetworker
Tätigkeit Jugend- und Wohnungslosenhilfe
Einrichtung Haus 17
Wohnort Finrod

Jaro Melvan (* 2497) ist ein ancalischer Sozialarbeiter und Streetworker in Finrod. Er arbeitet im Haus 17, einer offenen sozialen Einrichtung für Jugendliche, junge Erwachsene und Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Seine Tätigkeit umfasst insbesondere aufsuchende Sozialarbeit, Jugendhilfe sowie die Unterstützung junger Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind.

Über seinen eigentlichen Arbeitsbereich hinaus wurde Melvan 2526 kurzzeitig einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, nachdem über seine Hilfe für einen jungen Obdachlosen berichtet worden war.

Herkunft und Ausbildung

Melvan wuchs in Finrod auf. Seine Familie gehörte weder zu den wohlhabenden noch zu den sozial besonders belasteten Haushalten der Hauptstadt.

Nach eigener Aussage war er als Jugendlicher jedoch „nicht unbedingt der Mensch, den Lehrer freiwillig in die erste Reihe gesetzt hätten“.

Er fehlte gelegentlich in der Schule, geriet wegen kleinerer Regelverstöße mit Lehrern und Behörden aneinander und verbrachte einen erheblichen Teil seiner Jugend außerhalb organisierter Freizeitangebote.

Später bezeichnete Melvan diese Erfahrungen als einen Grund dafür, dass er Jugendlichen mit schwierigem Verhalten zunächst zuhört, bevor er über sie urteilt.

„Mit sechzehn kann man ziemlich überzeugend so tun, als wäre einem alles egal. Meistens stimmt es nicht.“

Nach dem Schulabschluss absolvierte Melvan zunächst ein soziales Praxisjahr und arbeitete dabei in einer Jugendfreizeiteinrichtung.

Anschließend studierte er Sozialarbeit mit Schwerpunkten in Jugendhilfe, Krisenintervention und aufsuchender Sozialarbeit.

Haus 17

Nach Abschluss seines Studiums kam Melvan zum Haus 17 in Finrod.

Die Einrichtung bietet niedrigschwellige Beratung und praktische Unterstützung. Zu ihren Angeboten gehören unter anderem Aufenthaltsräume, Beratungsgespräche, Unterstützung bei Behördenkontakten sowie die Vermittlung an spezialisierte soziale Einrichtungen.

Ein Schwerpunkt liegt auf Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit ihren Familien in Konflikt geraten sind oder keine gesicherte Wohnsituation besitzen.

Melvan arbeitet überwiegend außerhalb eines klassischen Büros.

Er besucht bekannte Treffpunkte, Bahnhofsbereiche und andere Orte, an denen sich Jugendliche aufhalten, die von regulären Hilfsangeboten häufig nur schwer erreicht werden.

Den Begriff „Streetworker“ verwendet er selbst pragmatisch:

„Wenn jemand nicht zu uns kommt, müssen wir eben herausfinden, wo er ist.“

Arbeitsweise

Melvan gilt als ruhig und unkompliziert.

Kollegen beschreiben ihn als ausgesprochen geduldig, allerdings nicht als nachgiebig.

Er versucht nach eigener Aussage nicht, bei Jugendlichen beliebt zu sein.

„Man kann jemanden ernst nehmen und ihm trotzdem sagen, dass er gerade ziemlichen Mist baut.“

Dabei lehnt er die Vorstellung ab, Sozialarbeit bestehe hauptsächlich aus guten Gesprächen.

Ein erheblicher Teil seiner Arbeit betreffe sehr praktische Dinge: Unterbringung, Dokumente, Anträge, medizinische Versorgung, Schulden, Ausbildungsmöglichkeiten und Kontakte zu Behörden.

Melvan bezeichnet diese Seite seiner Arbeit gelegentlich als:

„Menschen helfen, während gleichzeitig sieben Formulare beweisen wollen, dass es nicht geht.“

Der junge Mann am Nordring

Im Frühjahr 2526 wurde Melvan durch einen Vorfall im Finroder Nordringviertel einer größeren Öffentlichkeit bekannt.

Dort war ihm bereits mehrfach ein 19-jähriger Mann aufgefallen, der seit einigen Wochen ohne feste Unterkunft lebte.

Der junge Mann lehnte zunächst jede Unterstützung ab.

Melvan sprach ihn über mehrere Tage hinweg immer wieder kurz an, ohne ihn zur Annahme von Hilfe zu drängen.

Er brachte ihm gelegentlich etwas zu essen und informierte ihn darüber, wo er sich waschen, seine Kleidung reinigen und persönliche Gegenstände sicher aufbewahren könne.

Erst nach mehreren Begegnungen erklärte sich der junge Mann bereit, mit Melvan ins Haus 17 zu gehen.

Dort stellte sich heraus, dass er nach einem schweren Konflikt seine bisherige Unterkunft verloren hatte und seitdem zwischen Bekannten, Hauseingängen und öffentlichen Orten wechselte.

Melvan organisierte zunächst eine sichere Übernachtungsmöglichkeit.

In den folgenden Tagen half er ihm, fehlende Unterlagen zu beschaffen und Kontakt zu einer Beratungsstelle sowie einer Ausbildungsstelle aufzunehmen.

Ein Passant hatte Melvan und den jungen Mann zuvor miteinander gesehen und erkannt. Dadurch gelangte die Geschichte schließlich an eine lokale Redaktion.

Melvan reagierte auf das anschließende öffentliche Interesse ausgesprochen zurückhaltend.

„Ich habe meinen Beruf gemacht. Interessanter wäre die Frage, warum ein Neunzehnjähriger mehrere Wochen draußen schlafen kann, bevor es irgendjemand bemerkt.“

Den Namen des jungen Mannes nannte er auch auf Nachfrage nicht.

Unfreiwillige Bekanntheit

Die Geschichte wurde von mehreren Finroder Medien aufgegriffen.

Besonders Melvans Weigerung, sich selbst als Helfer oder gar Retter darstellen zu lassen, verschaffte ihm Sympathien.

Diese öffentliche Wahrnehmung war ihm sichtbar unangenehm.

Auf die Frage, ob ihn die vielen positiven Reaktionen freuten, antwortete er:

„Ja. Aber ich hoffe, dass morgen wieder jemand anderes in der Zeitung steht.“

Das erfüllte sich nicht vollständig.

Der Güldene Blick

Auch Der Güldene Blick wurde auf Melvan aufmerksam.

Zunächst interessierte sich die Redaktion für die Geschichte des jungen Obdachlosen. Melvan verweigerte jedoch jede Auskunft, durch die dessen Identität hätte festgestellt werden können.

Er erklärte sich stattdessen bereit, allgemein über Jugend- und Wohnungslosigkeit sowie die Arbeit des Hauses 17 zu sprechen.

Das Interview nahm eine unerwartete Wendung, als der Reporter schließlich Melvans eigenes Privatleben ansprach.

Reporter: „Unsere Leser würden trotzdem gern wissen, ob Sie vergeben sind.“

Melvan: „Dann haben Ihre Leser heute wenigstens noch eine offene Frage.“

Die Antwort wurde anschließend wesentlich prominenter veröffentlicht als Melvan lieb war.

Chefredakteur Mavalor Kedal soll die Entscheidung mit dem Satz kommentiert haben:

„Wir können doch nichts dafür, wenn der Sozialarbeiter zitierfähig ist.“

Melvan bezeichnete den Artikel später als „erstaunlich lang für eine sehr kurze Antwort“.

Haltung zur Wohnungslosigkeit

Melvan lehnt es ab, Wohnungslosigkeit auf eine einzige Ursache zurückzuführen.

Nach seiner Erfahrung können familiäre Konflikte, wirtschaftliche Schwierigkeiten, fehlender Wohnraum und persönliche Krisen ineinandergreifen.

Besonders kritisch sieht er die Vorstellung, ein bestehendes Hilfesystem bedeute automatisch, dass jeder Betroffene dieses System auch rechtzeitig erreicht.

„Ein Angebot kann hundert Meter entfernt sein. Wenn jemand nicht weiß, dass es existiert, können es genauso gut hundert Kilometer sein.“

Dabei betont Melvan, dass seine Erfahrungen aus der praktischen Sozialarbeit keine umfassende sozialpolitische Analyse ersetzen.

Öffentlichkeit und Politik

Seit seiner kurzen medialen Bekanntheit wurde Melvan mehrfach zu Diskussionsveranstaltungen über Jugendhilfe eingeladen.

Parteipolitische Veranstaltungen lehnt er grundsätzlich ab, wenn seine Teilnahme als Unterstützung einer bestimmten politischen Position dargestellt werden könnte.

Er betrachtet sich nicht als politischen Aktivisten.

Gleichzeitig äußert er sich deutlich, wenn politische Entscheidungen seine tägliche Arbeit unmittelbar betreffen.

Auf die Frage eines Journalisten, ob Sozialarbeit politisch sei, antwortete er:

„Wenn eine Wohnung fehlt, hilft mir die Diskussion darüber nicht. Aber irgendjemand sollte schon darüber diskutieren, warum sie fehlt.“

Persönlichkeit

Melvan gilt als freundlich, humorvoll und wenig statusbewusst.

Er trägt bei der Arbeit meist Freizeitkleidung, wetterfeste Jacken und einen Rucksack, in dem sich neben persönlichen Dingen häufig Informationsmaterial, Ladegeräte, Getränke und kleinere Alltagsgegenstände befinden.

Kollegen beschreiben ihn als zuverlässig, gelegentlich chaotisch und mit einer ausgeprägten Abneigung gegen unnötige Besprechungen.

Sein ruhiges Auftreten führt gelegentlich dazu, dass Konfliktpartner ihn unterschätzen.

Melvan selbst sagt dazu:

„Laut werden kann ich auch. Meistens bringt es nur nichts.“

DER MELVAN-FAKTOR

Beruf: Sozialarbeiter und Streetworker

Arbeitsplatz: Haus 17, Finrod

Schwerpunkt: Jugendliche, junge Erwachsene und Menschen ohne gesicherte Unterkunft

Stärke: Geduld und ein sehr gutes Gespür dafür, wann jemand Hilfe braucht – und wann er zunächst nur jemanden braucht, der bleibt

Schwäche: Papierkram und Besprechungen, deren Ergebnis bereits vor Beginn feststeht

Auftreten: unkompliziert, freundlich, hartnäckig

Politik: parteipolitisch ungebunden

Verhältnis zu Medien: spricht gern über seine Arbeit und ausgesprochen ungern über sich selbst

Verhältnis zum Güldenen Blick: seit einem Interview vorsichtig amüsiert

Grundsatz: „Man kann jemanden ernst nehmen und ihm trotzdem sagen, dass er gerade ziemlichen Mist baut.“

Privatleben

Über sein Privatleben ist wenig bekannt.

Melvan lebt in einer Mietwohnung in Finrod und bewegt sich überwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß durch die Stadt.

Fragen nach Partnerschaften beantwortet er grundsätzlich nicht.

Seine durch das Interview mit dem Güldenen Blick entstandene öffentliche Rolle als „attraktiver Streetworker“ ist ihm eher unangenehm.

Ein Kollege soll ihm nach Erscheinen des Artikels ein Exemplar auf den Schreibtisch gelegt haben.

Melvan warf es nicht weg.

Er legte es lediglich mit der Titelseite nach unten.

Trivia

  • Melvan trägt fast immer einen Rucksack.
  • Er besitzt nach Aussagen seiner Kollegen mehrere nahezu identische dunkle Jacken.
  • Im Haus 17 ist bekannt, dass man ihn mit Kaffee zuverlässig zu frühen Besprechungen bewegen kann.
  • Jugendliche nennen ihn gewöhnlich nur „Jaro“.
  • Er besteht darauf, dass in Medienberichten keine Namen von Klienten ohne deren ausdrückliche Zustimmung genannt werden.
  • Nach seinem Interview mit dem Güldenen Blick wurde er im Haus 17 mehrere Tage lang mit Fragen nach seinem Beziehungsstatus begrüßt.
  • Mavalor Kedal soll vorgeschlagen haben, Melvan erneut zu interviewen.
  • Melvans Reaktion darauf ist nicht überliefert.